Das Making-of der Mustermann-Box: Einblicke in modernen Verpackungsdruck und Digitaldruck mit dem Tigel – unser „alter Onkel“
von Uwe Ochs-Bliedtner
Unserem BUZZ-Magazin haben wir eine individualisierte, personalisierte Box beigelegt, weil wir die Möglichkeiten des modernen Verpackungsdrucks zeigen wollten. Der folgende Beitrag beschreibt den kompletten Herstellungsprozess dieser Box. Außerdem erklären wir die Techniken der Bildpersonalisierung im Digitaldruck, die auf Seite 19 unseres Newsletters zu sehen war.

Material- und Druckverfahren im Verpackungsdruck
Die erste Herausforderung bestand darin, das richtige Papier zu finden. Es sollte außen wie Karton wirken und innen die gelb-schwarzen Streifen der BUZZ-Ausgabe tragen. Zudem musste es für den Digitaldruck geeignet sein. Nach umfangreichen Tests wählten wir KartoKraft CustomKote 290 g/m² von IGEPA – einen gestrichenen Kraftkarton mit brauner Rückseite, der sich ideal für hochwertigen Verpackungsdruck eignet.
Wir druckten im Duplexverfahren auf unserer Ricoh Pro C9500 oder auf unserer HP-Indigo 7900. Da diese Maschine mit einem 5. Farbwerk ausgestattet ist, kann sie CMYK und Weiß in einem einzigen Durchgang drucken – ein klarer Vorteil im Digitaldruck für Verpackungen. Auf der Innenseite brachten wir eine Kontrollnummer auf, die bei der fertigen Box durch ein Langloch sichtbar bleibt. So stellen wir bei der manuellen Konfektionierung sicher, dass jede Box in das richtige MUSTERMANNBUZZ gelangt.
Stanzung mit dem Heidelberger Tigel
Da die Produktion keine extreme Passgenauigkeit erforderte, nutzten wir für das Nuten und Stanzen den klassischen Heidelberger Tigel. Bei kleineren Auflagen ist er im Verpackungsdruck nach wie vor ein effizientes Werkzeug. Seine Vorteile liegen in günstigen Stanzformen, flexibler Positionierung und kurzen Einrichtzeiten – das spart Kosten im Vergleich zu großen Maschinen.
Der Nachteil ist die langsamere Produktionsgeschwindigkeit gegenüber modernen Stanzautomaten. Nach der Stanzung brachen wir die Bogen aus, sodass die fertigen Boxen vom umgebenden Material getrennt wurden. Anschließend führten wir die Bögen der manuellen Verklebung zu – ein typischer Schritt im qualitätsorientierten Verpackungsdruck.
Dynamische Bildpersonalisierung im Digitaldruck
Auf Seite 19 unseres BUZZ-Magazins zeigten wir den personalisierten Bogen des jeweiligen Empfängers, wie er in der Auslage des Tiegels erscheint. Als Ausgangsmaterial diente ein unbedruckter Bogen des KartoKraft-Materials. Alle Druckelemente entstanden durch aufwändige Bildbearbeitung und gezielte Bilderzeugung.
Die weißen und schwarzen Elemente erstellten wir mit Illustrator und Photoshop. Die Individualisierung mit Unschärfeverlauf und die Spiegelung im Metall erzeugten wir mit DirektSmile Studio von efi. Da das Programm an eine Datenbank angebunden ist, lassen sich damit besonders komplexe Bildpersonalisierungen umsetzen.

Effiziente Produktion dank crossmedialer Verknüpfung
Die Bildberechnungen liefen während der PDF-Generierung im Cross-Media-Designer, sodass wir sie nicht separat durchführen mussten. Das spart Zeit und macht den Prozess effizient. Digitaldruck und klassischer Tigel greifen dabei perfekt ineinander – und das Ergebnis sind hochwertige, personalisierte Verpackungen.
Hat Sie das inspiriert? Wir sind dabei und beraten gerne.

